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Vermietung Immobilien Investition

Globale Immobilienstandorte 2025/2026

Marc Kollmeier
Marc Kollmeier

Eine strategische Analyse für institutionelle und private Investoren

1. Einleitung

Die Auswahl geeigneter Immobilienstandorte erfolgt heute nicht mehr ausschließlich nach klassischen Kriterien wie Lage oder Preisniveau. Vielmehr bestimmen Makrofaktoren wie geopolitische Stabilität, Steuerregime, demografische Trends und Kapitalflüsse die Attraktivität eines Marktes.

Aktuelle Studien (u. a. PwC, JLL, UBS) zeigen:

👉 Der Fokus verschiebt sich von reiner Wertsteigerung hin zu Cashflow, Resilienz und Diversifikation.


 

2. Zentrale Bewertungskriterien

Für ein globales Immobilienportfolio sind insbesondere fünf Faktoren entscheidend:

  1. Mietrendite (Cashflow)
  2. Kapitalwertentwicklung (Appreciation)
  3. Politisch-rechtliche Stabilität
  4. Steuerliche Rahmenbedingungen
  5. Demografische & wirtschaftliche Dynamik

 

3. Die derzeit besten Immobilienstandorte weltweit

🇦🇪 3.1 Vereinigte Arabische Emirate (Dubai, Abu Dhabi)

Kategorie: Hochrendite + Wachstum

  • Mietrenditen: ca. 5–9 %
  • Preiswachstum: bis zu +12,8 % p.a.
  • Steuer: 0 % Einkommensteuer

👉 Dubai zählt aktuell zu den global führenden Märkten für Renditeimmobilien aufgrund:

  • hoher Nachfrage (Expat-Zuzug)
  • investorenfreundlicher Regulierung
  • steuerlicher Vorteile

Bewertung:

➡️ Ideal für Cashflow-orientierte Portfolios

➡️ Höheres zyklisches Risiko, aber überdurchschnittliche Rendite

Bis Anfang 2026 war Dubai extrem stark gelaufen: Laut Reuters stiegen die Immobilienpreise zwischen 2022 und Q1 2025 um rund 60 %; in Q4 2025 lagen die Wohnpreise laut CBRE noch knapp 13 % über Vorjahr. Gleichzeitig war schon vor der Irankrise die Sorge da, dass das Angebot zu schnell wächst: JPMorgan hielt die demografische Entwicklung für zu schwach, um die bis 2028 erwarteten 300.000–400.000 neuen Einheiten vollständig aufzunehmen.

Die Irankrise hat diesen Markt nicht zwingend zerstört, aber sie hat sein zentrales Narrativ angegriffen: Dubai als sicherer Hafen. Reuters schreibt, dass Immobilieninvestitionen auf Stabilität, Visibilität und Vertrauen beruhen und genau diese Faktoren bei längerer geopolitischer Unsicherheit leiden. Der Effekt zeigt sich bereits in Marktstimmung und Finanzierung: Entwickleraktien gerieten unter Druck, und ausländische Kaufnachfrage wird jetzt noch entscheidender.

Auf Transaktionsebene sieht man eher eine Abkühlung als Panik. Laut Economic Times ist die Aktivität im Einstiegssegment um etwa 40 % gefallen; Off-Plan-Verkäufe dauern länger, Verhandlungen mit 10–15 % Preisnachlass seien häufiger geworden, und einzelne Marktbeobachter rechnen bei anhaltender Unsicherheit mit einer Korrekturphase von sechs bis neun Monaten. Gleichzeitig heißt es dort auch, dass der Markt bislang „steady“ bleibt und nicht völlig einbricht.

Wichtig ist aber die Gegenbewegung: Nach der jüngsten Waffenruhe sprang Dubais Aktienmarkt stark an; der Leitindex legte intraday 6,7 % zu, Immobilienwerte wie Emaar sogar 11,5 %. Das zeigt, dass viel derzeit am geopolitischen Risikoaufschlag hängt und eine Entspannung sofort positiv eingepreist wird.

Meine Einordnung:

Der Dubai-Hype ist nicht automatisch vorbei, aber er ist verletzlicher geworden. Für die nächsten Monate spricht mehr für:

  • geringere Dynamik als 2023/2024,
  • stärkere Spreizung zwischen Prime/Luxury und Massenmarkt,
  • mehr Incentives statt blindem Preisauftrieb,
  • höhere Bedeutung von Lage, Fertigstellungsrisiko und Exit-Fähigkeit.

Für Investoren heißt das praktisch:

Wer heute in Dubai kauft, sollte weniger auf „schnellen Hype“ und stärker auf Cashflow, Objektqualität, Fertigstellungsstatus und geopolitische Stressresistenz achten. Das Chancen/Risiko-Profil ist damit schlechter als auf dem Peak des Booms, aber noch nicht grundsätzlich gebrochen.


🇺🇸 3.2 USA (Sunbelt-Staaten, Texas, Florida)

Kategorie: Stabilität + Nachfrage

  • Mietrenditen: ca. ~6 %
  • Treiber:
    • Bevölkerungswachstum
    • wirtschaftliche Dynamik
    • diversifizierte Märkte

👉 Besonders attraktiv:

  • Texas (Unternehmenszuzug)
  • Florida (steuerliche Vorteile)
  • Secondary Cities (z. B. Charlotte, Indianapolis)

Bewertung:

➡️ Solide Kombination aus Cashflow und Wertsteigerung

➡️ Hohe Markttransparenz und Liquidität


🇪🇸 🇵🇹 3.3 Südeuropa (Spanien, Portugal, Griechenland)

Kategorie: Lifestyle + moderate Rendite

  • Spanien: ~5,9 % Rendite
  • Griechenland: ~4,4 %

Treiber:

  • Tourismus
  • internationale Nachfrage
  • Golden Visa Programme

👉 Besonders attraktiv:

  • Madrid, Barcelona
  • Lissabon, Porto
  • Athen

Bewertung:

➡️ Stabiler Markt mit moderater Rendite

➡️ Teilweise regulatorische Risiken (z. B. Mietrecht)


🇹🇷 🇵🇦 3.4 Emerging Markets (Türkei, Panama)

Kategorie: Opportunistisch + hohe Rendite

  • Türkei: ~7 %+ Rendite
  • Panama: ~6,4 %

Treiber:

  • niedrige Einstiegspreise
  • wachsender Markt
  • internationale Investorenprogramme

Bewertung:

➡️ Hohe Renditechancen

➡️ Höheres politisches und Währungsrisiko


🇯🇵 🇨🇭 🇩🇪 3.5 Core-Märkte (Tokyo, Zürich, Deutschland)

Kategorie: Sicherheit + Kapitalerhalt

  • Preiswachstum (5 Jahre):
    • Tokyo: ~35 %
    • Zürich: ~25 %
  • Mietrenditen: typischerweise 2–4 %

👉 Charakteristika:

  • hohe Stabilität
  • starke Rechtssicherheit
  • begrenztes Wachstumspotenzial

Bewertung:

➡️ Ideal zur Risikodiversifikation

➡️ Fokus auf Werterhalt statt Rendite


📈 4. Zentrale Trends im globalen Immobilienmarkt

1. Shift zu Cashflow-Assets

Investoren bevorzugen zunehmend laufende Erträge statt spekulativer Wertsteigerung


2. Geografische Diversifikation

Große Investoren erweitern ihre Strategien bewusst über klassische Metropolen hinaus

(z. B. Secondary Cities, neue Märkte)


3. Demografie als Schlüssel

Standorte mit:

  • Bevölkerungswachstum
  • Migration
  • Urbanisierung

zeigen langfristig die beste Performance


4. Regulatorische Risiken nehmen zu

  • Mietpreisbremsen
  • Steuererhöhungen
  • Einschränkungen für Ausländer

👉 besonders relevant in Europa


🧠 5. Strategische Portfolio-Empfehlung

Ein optimales internationales Immobilienportfolio sollte heute so strukturiert sein:

🔹 Core (40–50 %)

  • Deutschland, Schweiz, Japan 👉 Sicherheit & Stabilität

🔹 Growth (30–40 %)

  • USA, Spanien, Portugal 👉 Mischung aus Wachstum & Rendite

🔹 High Yield (10–20 %)

  • Dubai, Türkei, Panama 👉 Cashflow & Opportunitäten

⚖️ 6. Fazit

Die „besten Standorte“ existieren nicht absolut – sondern nur im Kontext der Strategie.

👉 Cashflow-Investoren → Dubai, USA

👉 Sicherheitsorientierte Investoren → Schweiz, Deutschland

👉 Opportunistische Investoren → Emerging Markets

Der entscheidende Erfolgsfaktor ist nicht der einzelne Standort, sondern:

👉 die intelligente Kombination verschiedener Märkte

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